Was sich 2020 alles ändert

Was sich 2020 alles ändert

Sylvester liegt hinter uns, ein neues Jahr hat begonnen – und mit ihm neue Regelungen und Gesetze. In vielen Bereichen ändert sich einiges für den Bürger. Damit wir ins Fettnäpfchen treten und wir unvorbereitet in neue Situationen geraten, gibt es nachfolgend die wichtigsten Änderungen für den Steuerzahler, Arbeitnehmer sowie Familien und Patienten.

Thema Finanzen

Beginnend mit dem 1. Januar erhöhen sich die Einkommensgrenzen sämtlicher Steuersätze um 2 Prozent. Dadurch sollen Lohnsteigerungen durch einen erhöhten Steuertarif nicht erneut untergehen. Ebenfalls angehoben wird bei der Einkommenssteuer der Grundfreibetrag um jeweils 240 Euro auf 9408 Euro bei Ledigen, bei Verheirateten erhöht er sich auf insgesamt 18.816 Euro. Der steuerliche Kinderfreibetrag wird um 192 Euro auf insgesamt 5172 Euro erhöht.

Geschäftsleute und Arbeitnehmer, die häufig auf Reisen sind, erhalten höhere Verpflegungspauschalen. Wer mindestens 24 Stunden geschäftlich reist, kann in der Steuererklärung täglich jeweils 28 Euro geltend machen. Bei kürzeren Reisen beläuft sich der Betrag auf 14 Euro täglich. Arbeitnehmer, die eine Arbeitswohnung gemietet haben, profitieren von einer günstigen Arbeitswohnung. Wenn diese nämlich mehr als mindestens zwei Drittel mehr als der üblichen Ortsmiete zahlen, müssen die Mieter die Differenz der Vergleichsmiete nicht mehr versteuern.

Glücksspiel Reform

Im März 2020 soll es zu einer entschiedenen Glücksspiel Reform in Deutschland kommen. Bundesländer einigen sich auf Reform des Online-Glücksspiels ab 2021. Somit werden Sportwetten und Online Casinos dann nun endlich legal – Allerdings mit Einschränkungen. Bestimmte Neukunden Bonusangebote wird es so nicht mehr geben. Der klassische Casino Bonus soll verboten werden. Diese Einschränkungen werden vor allem neue Online Casinos hart treffen.

Thema Verkehr

Luftlinie

Fliegen wird im Frühling 2020 vermutlich teurer, so ist es vorgesehen. Ab dem 1. April steigen die Steuern auf die Flugtickets im Inland und in EU-Staaten um sattte 5 Euro auf insgesamt 13,03 Euro an. Wer weiter fliegt und bis zu 6000 Kilometer im Flugzeug hinter sich lässt, der zahlt sogar 10 Euro mehr. Die ganz langen Strecken werden mit 18 Euro mehr versteuert.

Unterwegs mit der Bahn

Wer mit der Bahn fährt, der spart. Fahrten mit der Bahn werden ab dem 1. Januar 2020 günstiger. Fernreisen kosten dann 17,90 Euro, das sind 2 Euro weniger als bisher. Zudem dürfen Soldaten, die eine Uniform tragen, künftig ab dem 1. Januar 2020 umsonst mit der Bahn fahren. Fernfahrten werden ca. 10 Prozent günstiger durch die Senkung der MwSt.

Auf deutschen Straßen

Ab dem 1. Janar 2020 gibt es eine Überarbeitung der StVO (Straßenverkehrsordnung). Der zur Zeit amtierende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) steht für mehr und höhere Bußgelder sowie neue Verkehrsschilder für Radfahrer. Außerdem sollen alle Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden ein Bußgeld von mindestens 200 Euro zahlen und zusätzlich 2 Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von einem Monat erhalten. Wer in zweiter Reihe parkt, soll künftig 55 Euro Strafe zahlen, wer den Verkehr behindert muss 70 Euro zahlen und erhält einen Punkt. Wann und wie genau diese Änderung in Kraft treten, wird derzeit noch heiß in den Ministerien diskutiert. Fest steht jedoch, dass sie in Kraft treten werden dieses Jahr.

Thema Ernährung und Gesundheit

Ab dem 1. März kommt sie, die Impfpflicht gegen Masern. Kinder, die in eine Kita, Krippe, einen Hort, eine Schule oder ähnliche Gemeinschaftseinrichtung gehen sollen, müssen gegen Masern geimpft sein. Ebenso müssen Lehrkräfte, Erzieher sowie sämtliche Betreuungskräfte geimpft sein. Tagesmütter unter 50 Jahren müssen sich ebenfalls impfen lassen. Lediglich für Kinder und Betreuungskräfte, die zum 1. März schon eine solche Einrichtung besuchen oder dort arbeiten, gibt es eine Übergangsfrist. Bis zum 31. Juli 2021 müssen sie die Impfung gegen Masern nachweisen. Wer sich gegen diese Pflicht weigert, zahlt viel Geld. Es werden in diesen Fällen Bußgelder bis zu einer Höhe von 2500 Euro ausgesetzt.

Beim Zahnersatz sinkt ab Oktober 2020 die Zuzahlung für Krankenversicherte. Statt der bislang 50 Prozent Zuzahlung der Krankenkassen sind es ab Oktober 60 Prozent. Wer seit mindestens zehn Jahren sein Bonusheft korrekt führt, erhält sogar eine Zuzahlung von 75 Prozent.

Für Patienten und Patientinnen gibt es ebenfalls Erleichterungen bei der Terminvergabe. Der Patient darf nicht länger als 4 Wochen auf seinen Termin warten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Hausarzt, einen Fach- oder Kinderarzt handelt. Dafür müssen die Arztpraxen mehr Zeit für den Kassenpatienten einplanen. Statt bislang 20 Stunden müssen sie nun 25 Stunden in der Praxis arbeiten. Zudem gibt es ab dem 1. Januar eine bundesweit einheitliche Notdienstnummer, die unter der 116 117 zu jeder Zeit erreichbar ist, besonders bei Notfällen.

Lebensmittel müssen nun mit einer sogenannten Lebensmittelampel versehen sein. Diese kennzeichnet mit grünen bis roten Farben, wie gesund das Lebensmittel ist. Mit dem Nutri-Score können Fertigproduktehersteller die Vorderseiten ihrer Verpackungen farblich kennzeichnen. Bei ganzheitlicher Betrachtung erkennt der Verbraucher, ob dieses Produkt eher gesund oder schädlich für den Körper ist.

Raucher von Menthol-Zigaretten müssen ab Mai 2020 auf ihren Lieblingstabak verzichten. Dieser wird zu diesem Zeitpunkt nämlich nicht mehr verkauft, die Übergangsfrist für deren Verkauf wird dann erloschen sein.

Thema Wohnen

Die Strompreise werden ab 2020 leider stark ansteigen. Gründe dafür sind zum einen die Kosten der Förderung des Ökostroms, zum anderen sind es höhere Gebühren der Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms.

Ab dem 1. Januar gibt es mehr Wohngeld. Allerdings steigt es individuell, da mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Dazu zählen unter anderem die Größe der Wohnung und der Bewohner. Insgesamt erhalten 180 000 Haushalte zuzüglich das Recht auf den Anspruch von Wohngeld. Berechtigte Haushalte erhalten ab sofort 196 Euro statt wie bisher 147 Euro.
Haus- und Wohnungsbesitzer bekommen drei Jahre eine steuerliche Förderung sofern sie in den Klimaschutz investieren. Neue Heizungen oder gedämmte Decken sowie Wände werden begünstigt, wenn das Haus oder das Gebäude der Eigentumswohnung älter als zehn Jahre ist. Insgesamt können 20 Prozent der Kosten können von den Steuern abgezogen werden. Wer einen Energieberater beauftragt, der erhält sogar 50 Prozent Steuervergünstigung. Wer die Ölheizung austauscht, erhält einen Zuschuss von 40 Prozent.

Ende 2020 ist Schluss mit der Romantik am Kachelofen oder am alten Kamin. Dann nämlich erlischt ihr Feuer, wenn sie eine Typprüfung bis Ende 1994 haben. Diese Öfen und Kamine müssen dann entweder nachgerüstet oder stillgelegt werden. Sollten keinerlei Informationen über den Schadstoffausstoß mehr vorhanden sein, muss ein Schornsteinfeger die Messungen durchführen. Nur wenn die Werte stimmen, darf das Feuer die Besitzer weiterhin wärmen.

Thema Soziales und Arbeit

Die Mehrwertsteuer wird bei vielen Produkten von den derzeitigen 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt. Dazu zählen unter anderem Binden, Tampons und E-books. Diese Produkte sind dann natürlich für den Verbraucher günstiger zu kaufen.

Neue Auszubildende dürfen sich ab Januar freuen. Sie erhalten künftig ab dem ersten Ausbildungsjahr einen Mindestlohn von 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr. In den folgenden zweiten und dritten Jahren steigt die untere Grenze der Bezahlung um 100 Euro an. Jedoch gibt es hier einen Haken. Den Mindestlohn gibt es nur für Auszubildende, die nicht in einer Branche mit Tarifvertrag arbeiten. Besteht ein solcher, dann greift der Mindestlohn nicht, wenn der Ausbildungslohn im Vertrag niedriger angegeben ist.

Alle Studenten, die Bafög beziehen, werden zu Beginn des Wintersemesters 2020/ 2021 mehr Bafög erhalten, nämlich 861 Euro.

Auch der Mindestlohn für Geringverdiener steigt ab Januar. Sie erhalten statt der derzeitigen 9,19 Euro ab sofort 9,35 Euro.

Ab dem Juli 2020 wird die Rente angepasst. Rentner und Ruheständler aus dem Westen bekommen 3,15 Prozent mehr Rente, Rentner und Ruheständler aus dem Osten bekommen 3,92 Prozent mehr. Im März 2020 beschließt die Bundesregierung die genaue Höhe.

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